AAppO - Approbationsordnung für Apotheker

§ 20a AAppO Unterlagen bei Studium in Deutschland

§ 20a AAppO: sechs Unterlagen zum Approbationsantrag nach Studium in Deutschland, Monatsgrenze für Führungszeugnis und Attest, keine Geburtsurkunde mehr.

(1) Dem Antrag auf Erteilung einer Approbation als Apotheker aufgrund einer in Deutschland erworbenen Berufsqualifikation sind beizufügen:

  1. ein kurz gefasster Lebenslauf,
  2. ein Identitätsnachweis,
  3. ein Führungszeugnis,
  4. eine Erklärung des Antragstellers darüber, ob gegen ihn ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist,
  5. eine ärztliche Bescheinigung, aus der hervorgeht, dass der Antragsteller nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des apothekerlichen Berufs ungeeignet ist und
  6. das Zeugnis über das Bestehen der Pharmazeutischen Prüfung.

(2) Das Führungszeugnis und die ärztliche Bescheinigung werden nur anerkannt, wenn sie im Zeitpunkt ihres Eingangs bei der jeweils zuständigen Behörde nicht älter als einen Monat sind.

Worum es geht

§ 20a der Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) nennt seit dem 1. November 2026 die Unterlagen für den Normalfall: die Approbation nach Studium und Pharmazeutischer Prüfung in Deutschland. Bis Oktober 2026 standen sie in § 20 Abs. 1 AAppO; eingefügt hat § 20a die Verordnung vom 27. Oktober 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 326). Wohin der Antrag geht, regelt § 20, wie schnell entschieden wird, § 20f.

Die sechs Unterlagen (Abs. 1)

Nr. Unterlage Zweck
1 kurz gefasster Lebenslauf Überblick über den Werdegang
2 Identitätsnachweis (z. B. Personalausweis, Reisepass) Identität
3 Führungszeugnis Würdigkeit und Zuverlässigkeit
4 Erklärung über anhängige gerichtliche Strafverfahren oder staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren Würdigkeit und Zuverlässigkeit; laufende Verfahren stehen noch nicht im Führungszeugnis
5 ärztliche Bescheinigung keine gesundheitliche Ungeeignetheit
6 Zeugnis über das Bestehen der Pharmazeutischen Prüfung Nachweis von Ausbildung und Prüfung

Infografik mit sechs Unterlagen in vier Gruppen: Person mit Lebenslauf und Identitätsnachweis, Würdigkeit und Zuverlässigkeit mit Führungszeugnis und Erklärung über laufende Verfahren, Gesundheit mit ärztlicher Bescheinigung, Prüfung mit dem Zeugnis über die Pharmazeutische Prüfung. Führungszeugnis und Bescheinigung tragen den Hinweis bei Eingang höchstens einen Monat alt. Daneben durchgestrichen Geburtsurkunde und Eheurkunde, seit November 2026 nicht mehr nötig.

Die sechs Unterlagen nach § 20a AAppO, geordnet nach den Approbationsvoraussetzungen; nur Führungszeugnis und ärztliche Bescheinigung haben eine Monatsgrenze.

Die Unterlagen spiegeln die Approbationsvoraussetzungen des § 4 Abs. 1 der Bundes-Apothekerordnung (BApO) wider: keine Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit (Nr. 2), keine gesundheitliche Ungeeignetheit (Nr. 3) und die bestandene Prüfung (Nr. 4). Die ärztliche Bescheinigung ist negativ formuliert. Sie bestätigt, dass der Antragsteller „nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des apothekerlichen Berufs ungeeignet“ ist. Die Erklärung nach Nr. 4 hat einen praktischen Grund: Läuft ein Strafverfahren wegen einer Tat, aus der sich Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit ergeben kann, darf die Behörde die Entscheidung bis zum Ende des Verfahrens aussetzen (§ 4 Abs. 4 BApO).

Weggefallen sind die Geburtsurkunde und bei Verheirateten die Eheurkunde, die bis Oktober 2026 zusätzlich verlangt wurden.

Die Monatsgrenze (Abs. 2)

Das Führungszeugnis und die ärztliche Bescheinigung werden nur anerkannt, wenn sie im Zeitpunkt ihres Eingangs bei der jeweils zuständigen Behörde nicht älter als einen Monat sind.

— § 20a Abs. 2 AAppO

Maßgeblich ist der Eingang bei der Behörde, nicht das Absenden. Bis Oktober 2026 hieß es beim Führungszeugnis noch, es dürfe „nicht früher als einen Monat vor der Vorlage ausgestellt“ sein. Für Lebenslauf, Identitätsnachweis und Prüfungszeugnis gibt es keine solche Grenze. Beigefügt wird das Zeugnis über die gesamte Pharmazeutische Prüfung, nicht nur über den Dritten Abschnitt. Für die Form gilt § 23 AAppO: Abschriften oder elektronisch übermittelte Dokumente genügen.

💊 Praxistipp

Das Führungszeugnis wird zur Vorlage bei einer Behörde beantragt. Die ärztliche Bescheinigung sollte erst kurz vor dem Einreichen ausgestellt werden. Wer beides zu früh besorgt, muss es neu beantragen, und der Antrag bleibt so lange unvollständig.

⚠️ Achtung: Ein Monat hier, drei Monate bei Auslandsabschlüssen

Bei einer Berufsqualifikation aus dem Ausland dürfen die Nachweise zu Zuverlässigkeit und Gesundheit bei ihrer Vorlage bis zu drei Monate alt sein (§ 20e Abs. 2 AAppO). Die strengere Monatsgrenze gilt nur nach einer Ausbildung in Deutschland.

💡 Merke

§ 20a AAppO: sechs Unterlagen nach einem Studium in Deutschland, darunter Führungszeugnis und ärztliche Bescheinigung, beide bei Eingang höchstens einen Monat alt. Geburts- und Eheurkunde sind seit November 2026 nicht mehr nötig.

Prüfungsfragen

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Frage 1

Welche Unterlagen sind dem Antrag auf Approbation nach einem Studium in Deutschland beizufügen, und welche sind seit November 2026 weggefallen?

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Nach § 20a Abs. 1 AAppO:

  1. ein kurz gefasster Lebenslauf,
  2. ein Identitätsnachweis,
  3. ein Führungszeugnis,
  4. eine Erklärung über anhängige gerichtliche Strafverfahren oder staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren,
  5. eine ärztliche Bescheinigung, dass keine gesundheitliche Ungeeignetheit vorliegt,
  6. das Zeugnis über das Bestehen der Pharmazeutischen Prüfung.

Die Unterlagen spiegeln § 4 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 BApO: Würdigkeit und Zuverlässigkeit, Gesundheit, bestandene Prüfung. Weggefallen sind die Geburtsurkunde und bei Verheirateten die Eheurkunde, die bis Oktober 2026 nach § 20 Abs. 1 AAppO verlangt wurden.

Examens-Tipp: Die Liste nach den Approbationsvoraussetzungen gliedern, dann fällt keine Unterlage durch. Wer noch die Geburtsurkunde nennt, gibt den alten Stand wieder.

Wie gut wusstest du es?

Frage 2

Welche zeitliche Vorgabe gilt für das Führungszeugnis und die ärztliche Bescheinigung, und wie unterscheidet sie sich von der Regel bei ausländischen Abschlüssen?

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Nach § 20a Abs. 2 AAppO werden Führungszeugnis und ärztliche Bescheinigung nur anerkannt, wenn sie im Zeitpunkt ihres Eingangs bei der Behörde nicht älter als einen Monat sind. Maßgeblich ist der Eingang, nicht das Absenden. Für Lebenslauf, Identitätsnachweis, Erklärung und Prüfungszeugnis gilt keine solche Grenze.

Bei einer Berufsqualifikation aus dem Ausland dürfen die Nachweise zu Zuverlässigkeit und Gesundheit bei ihrer Vorlage bis zu drei Monate alt sein (§ 20e Abs. 2 AAppO). Die strengere Monatsgrenze gilt also nur nach einer Ausbildung in Deutschland.

Examens-Tipp: Merkhilfe: Inland ein Monat bis zum Eingang, Ausland drei Monate bei Vorlage. Wer die Zahlen vertauscht, verliert hier die Punkte.

Wie gut wusstest du es?

Frage 3

Warum verlangt § 20a AAppO neben dem Führungszeugnis noch eine Erklärung über anhängige Straf- und Ermittlungsverfahren?

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Das Führungszeugnis zeigt nur Eintragungen im Bundeszentralregister, also vor allem rechtskräftige Verurteilungen. Laufende gerichtliche Strafverfahren oder staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren stehen dort noch nicht. Die Erklärung nach § 20a Abs. 1 Nr. 4 schließt diese Lücke.

Das ist wichtig für die Approbationsvoraussetzung der Würdigkeit und Zuverlässigkeit (§ 4 Abs. 1 Nr. 2 BApO). Ist wegen des Verdachts einer Straftat, aus der sich Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit ergeben kann, ein Strafverfahren eingeleitet, kann die Behörde die Entscheidung über den Antrag bis zum Ende des Verfahrens aussetzen (§ 4 Abs. 4 BApO).

Examens-Tipp: Die Lücke des Führungszeugnisses benennen und mit § 4 Abs. 4 BApO verbinden. „Kann aussetzen“ ist Ermessen, keine automatische Versagung.

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