AAppO - Approbationsordnung für Apotheker

§ 20b AAppO Unterlagen bei automatischer Anerkennung

§ 20b AAppO: Unterlagen bei automatischer Anerkennung eines Abschlusses aus EU, EWR oder Schweiz, ohne Nachweise zum Ausbildungsinhalt, Altfälle vor Stichtag.

(1) Dem Antrag auf Erteilung einer Approbation als Apotheker nach § 10b Absatz 1 und 2 der Bundes-Apothekerordnung aufgrund einer außerhalb Deutschlands erworbenen Berufsqualifikation sind beizufügen:

  1. ein Identitätsnachweis,
  2. ein Lebenslauf, der eine tabellarische Aufstellung der absolvierten Ausbildungsgänge und der ausgeübten Erwerbstätigkeiten enthält,
  3. ein Befähigungsnachweis oder ein Ausbildungsnachweis, der zur Aufnahme des apothekerlichen Berufs berechtigt,
  4. eine Erklärung des Antragstellers darüber, dass er zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht Beteiligter eines Verfahrens auf Erteilung der Approbation oder der Berufserlaubnis in einem anderen Land im Geltungsbereich dieser Verordnung ist, und
  5. Nachweise über das Vorliegen der Voraussetzungen nach § 4 Absatz 1 Nummer 2, 3 und 5 der Bundes-Apothekerordnung.

(2) Im Fall von § 10b Absatz 2 der Bundes-Apothekerordnung ist zusätzlich zu den Ausbildungsnachweisen eine Bescheinigung der zuständigen Stelle des Herkunftsstaats darüber, dass die Ausbildung den Mindestanforderungen des Artikels 44 der Richtlinie 2005/36/EG entspricht, und dass die Ausbildungsnachweise den für diesen Staat im Anhang V 5.6.2. der Richtlinie 2005/36/EG aufgeführten Nachweisen gleichstehen, beizufügen.

Worum es geht

§ 20b der Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) nennt seit dem 1. November 2026 die Unterlagen für Anträge nach § 10b Abs. 1 und 2 der Bundes-Apothekerordnung (BApO). Das ist die automatische Anerkennung eines Apothekerabschlusses aus einem anderen Staat der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) oder aus der Schweiz: mit einem Europäischen Berufsausweis oder einem Ausbildungsnachweis, der in Anhang V Nummer 5.6.2 der Richtlinie 2005/36/EG oder in der Anlage zu § 4 Abs. 2 BApO für den Staat aufgeführt ist. Bis Oktober 2026 standen die Unterlagen für alle ausländischen Abschlüsse gemeinsam in § 4 Abs. 6 BApO; seither sind sie nach dem Anerkennungsweg auf die §§ 20b bis 20e AAppO verteilt.

📖 Definition: Automatische Anerkennung

Der Abschluss wird anerkannt, ohne dass die Behörde die Ausbildung inhaltlich mit der deutschen vergleicht. Das ist möglich, weil die Richtlinie 2005/36/EG Mindestanforderungen an die Apothekerausbildung festlegt (Art. 44). Es genügt der Nachweis, den die Richtlinie für den Staat aufführt.

Die fünf Unterlagen (Abs. 1)

Nr. Unterlage Zweck
1 Identitätsnachweis Identität
2 Lebenslauf mit tabellarischer Aufstellung der Ausbildungsgänge und Erwerbstätigkeiten Werdegang
3 Befähigungs- oder Ausbildungsnachweis, der zur Aufnahme des apothekerlichen Berufs berechtigt Grundlage der automatischen Anerkennung
4 Erklärung, dass kein Verfahren auf Approbation oder Berufserlaubnis in einem anderen Land läuft keine Doppelverfahren in Deutschland
5 Nachweise zu Würdigkeit und Zuverlässigkeit, Gesundheit und Deutschkenntnissen (§ 4 Abs. 1 Nr. 2, 3 und 5 BApO) übrige Approbationsvoraussetzungen

Mit „Land“ sind in Nr. 4 die Bundesländer gemeint. Ob die Erklärung stimmt, kann die Behörde bei den anderen Ländern abfragen (§ 4 Abs. 5 BApO). Wie Zuverlässigkeit und Gesundheit nachzuweisen sind, regelt für alle Auslandsabschlüsse § 20e AAppO.

Nachweise zu Fächern, Stunden oder Praktika fehlen in der Liste, und das ist folgerichtig: Bei der automatischen Anerkennung gibt es keinen inhaltlichen Vergleich. Geprüft wird die Berufsqualifikation aber vor den übrigen Voraussetzungen (§ 10a Abs. 1 BApO).

Ausbildung vor dem Stichtag (Abs. 2)

Für jeden Staat nennt Anhang V einen Stichtag. Hat die Ausbildung davor begonnen, ist der Nachweis nach § 10b Abs. 2 BApO nur gleichgestellt, wenn eine Bescheinigung des Herkunftsstaats beiliegt. Nach § 20b Abs. 2 AAppO bestätigt sie, dass die Ausbildung den Mindestanforderungen des Art. 44 der Richtlinie entspricht und dass die Ausbildungsnachweise den in Anhang V aufgeführten Nachweisen gleichstehen. Damit geht die AAppO etwas über den Wortlaut von § 10b Abs. 2 BApO hinaus, der nur Art. 44 nennt; die Gleichstellung mit Anhang V verlangt die BApO sonst bei Nachweisen mit abweichender Bezeichnung (§ 10b Abs. 3).

💊 Praxistipp

Ein Beispiel: Eine Apothekerin hat in Frankreich studiert und bringt den Ausbildungsnachweis mit, den Anhang V für Frankreich aufführt; ihre Ausbildung begann nach dem Stichtag. Sie legt die fünf Unterlagen nach Abs. 1 vor, für Zuverlässigkeit und Gesundheit die Nachweise nach § 20e, außerdem einen Nachweis ihrer Deutschkenntnisse. Eine Eignungsprüfung muss sie nicht ablegen.

💡 Merke

§ 20b AAppO: automatische Anerkennung aus EU, EWR oder Schweiz. Fünf Unterlagen ohne Nachweise zum Ausbildungsinhalt, dazu § 20e für Zuverlässigkeit und Gesundheit. Bei einer Ausbildung vor dem Stichtag kommt die Bescheinigung des Herkunftsstaats nach Abs. 2 hinzu.

Prüfungsfragen

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Frage 1

Für welche Anträge gilt § 20b AAppO, und welche Unterlagen sind beizufügen?

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§ 20b gilt für Anträge nach § 10b Abs. 1 und 2 BApO, also für die automatische Anerkennung eines Abschlusses aus der EU, dem EWR oder der Schweiz: Europäischer Berufsausweis oder Ausbildungsnachweis nach Anhang V Nr. 5.6.2 der Richtlinie 2005/36/EG bzw. der Anlage zu § 4 Abs. 2 BApO.

Beizufügen sind (Abs. 1):

  1. Identitätsnachweis,
  2. Lebenslauf mit tabellarischer Aufstellung von Ausbildung und Erwerbstätigkeit,
  3. Befähigungs- oder Ausbildungsnachweis,
  4. Erklärung, dass kein Verfahren auf Approbation oder Berufserlaubnis in einem anderen Land läuft,
  5. Nachweise zu § 4 Abs. 1 Nr. 2, 3 und 5 BApO (Zuverlässigkeit, Gesundheit, Deutschkenntnisse), für die ersten beiden nach § 20e.

Examens-Tipp: Den Anerkennungsweg zuerst nennen (automatische Anerkennung, § 10b BApO), dann die fünf Unterlagen. Die Erklärung zu Parallelverfahren gibt es erst seit November 2026.

Wie gut wusstest du es?

Frage 2

Warum verlangt § 20b AAppO keine Nachweise zu Inhalt und Umfang der Ausbildung, § 20d dagegen schon?

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Bei der automatischen Anerkennung vergleicht die Behörde die Ausbildung nicht mit der deutschen. Die Richtlinie 2005/36/EG legt Mindestanforderungen an die Apothekerausbildung fest (Art. 44), und die Staaten melden ihre Nachweise für Anhang V. Liegt ein aufgeführter Nachweis vor, gilt die Voraussetzung des § 4 Abs. 1 Nr. 4 BApO als erfüllt (§ 10b Abs. 1 BApO). Geprüft wird die Berufsqualifikation vor den übrigen Voraussetzungen (§ 10a Abs. 1 BApO).

Bei der Gleichwertigkeitsprüfung (§ 10b Abs. 5, § 10c Abs. 3 BApO) muss die Behörde dagegen wesentliche Unterschiede feststellen und braucht dafür nach § 20d Nr. 6 zusätzliche Nachweise zur Ausbildung.

Examens-Tipp: Stichwort Harmonisierung: Automatische Anerkennung heißt kein inhaltlicher Vergleich. Wer bei EU-Abschlüssen immer eine Eignungsprüfung annimmt, liegt falsch.

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Frage 3

Was ist nach § 20b Abs. 2 AAppO zusätzlich vorzulegen, wenn die Ausbildung vor dem Stichtag begonnen hat?

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Für jeden Staat nennt Anhang V einen Stichtag. Begann die Ausbildung davor, ist der Nachweis nach § 10b Abs. 2 BApO nur gleichgestellt, wenn eine Bescheinigung der zuständigen Stelle des Herkunftsstaats beiliegt.

Nach § 20b Abs. 2 AAppO bestätigt diese Bescheinigung,

  • dass die Ausbildung den Mindestanforderungen des Art. 44 der Richtlinie 2005/36/EG entspricht, und
  • dass die Ausbildungsnachweise den in Anhang V für diesen Staat aufgeführten Nachweisen gleichstehen.

Die BApO selbst nennt in § 10b Abs. 2 nur die Übereinstimmung mit Art. 44; die Gleichstellung mit Anhang V verlangt sie sonst bei Nachweisen mit abweichender Bezeichnung (§ 10b Abs. 3).

Examens-Tipp: Stichtag, Bescheinigung des Herkunftsstaats, Art. 44: diese drei Begriffe gehören in die Antwort.

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